L’accordéon

Neben der Kampfkunst ist das Spielen dieses Instrumentes meine größte Leidenschaft.

Eine große Leidenschaft erkenne ich daran, dass sie mich mein ganzes Leben begleitet und mein Herz in einer Weise ergreift, die gar nicht so einfach in Worten zu beschreiben ist…

Das Akkordeon ….

Ja, ich weiß, dass dieses Instrument, welches auch viele seltsame oft abfällige Bemerkungen und Bezeichungen erntet, immer noch belächelt wird. Aus welchen Gründen auch immer … es ist mir schleierhaft 😉

Ich kenne seit ich denken kann, das Akkordeon als ein raumfüllendes wohlklingendes Instrument, das wie sonst nur Blasinstrumente die Persönlichkeit des Spielenden vortrefflich auszudrücken vermag.

Ich kenne kein vielseitigeres und – in Perfektion – schwerer zu erlernendes – UND für einen Anfänger als

Mehrstimmigkeit sogar am einfachsten zu erlernendes Instrument.

Zu der Gruppe der Handzuginstrumente gehört das Akkordeon wohl, aber es gibt einige Unterarten, die andere Tonsysteme und damit Spielmöglichkeiten bieten.

Das Grundprinzip der Klangerzeugung ist jedoch immer gleich.

Ich selbst spielt (für Deutschland klassisch) ein sogenanntes Pianoakkordeon mit Standardbass (Stradellabass).

Wie mein Vater auch, der mir dieses Gefühl für das Instrument wohl unbewusst eingepflanzt hat.

Auch besitze ich das selbe Instrument wie mein Vater (gest. 2001) – es ist bis heute eins der hochwertigsten in Serie gebauten Instrumente überhaupt und wird so auch heute nicht mehr gefertigt – quasi ein Serienunikat – Baujahr schätze ich auf 1968 – also MEIN Baujahr …

morino VM

Begonnen habe ich eigentlich schon als Kindergartenkind ca 4-5 Jahre alt auf einem Kinderquetschkasten. Ich habe einfach versucht, die Klänge meines Vaters nachzuspielen, was oft gräuslich klang aber mich gut draufbrachte 🙂

Dann bekam ich eine Melodica geschenkt, als ich 6 Jahre alt war. Mein Vater brachte mir die ersten Noten bei und ich konnte bald einige Kinderlieder. Später begann ich, mir Lieder aus Kinderserien wie „Heidi“ nach Gehör selbst beizubringen und bekam das eigentlich auch gut hin 🙂

Stefan und die Melodica 1974

Mit 10 Jahren bekam ich auf großes Betteln hin endlich meinen ersten Akkordeonunterricht. Die rechte Hand beherrschte ich ja bereits in den Grundlagen …

Stefan und sein erstes Akkordeon

Nun ja, mit der linken Hand geschah folgendes: Meine Musiklehrerin Vera Duval brachte Noten für rechte und linke hand und gab mir als erste Hausaufgabe ein Lied bei, bei dem ich nur die rechte hand estmal üben sollte, von der Basseite hatte ich ja keinen Plan … Zufälligerweise kam mein Vater da vorbei (er war damals bereits getrennt lebend von meiner Mutter und mir) und zeigte mir innerhalb von 15 Minuten, wie das mit den Bässen grundsätzlich funktioniert. Dann übte ich das so ein, … Mann was das für einen Spaß machte, sich selbst auf einmal zu begleiten … und bei der nächsten Musikstunde brachte ich meine Lehrerin leicht ins Stutzen … sie hatte glatt ein halbes Jahr Unterricht bei mir eingespart und konnte jezt an anderer Stelle weitermachen.

Nun ja … das war halt ein Akkordeonorchester mit angegliederter Musikschule … Herr Waldemar Thinnes leitete dieses und hatte mit dem Jugendorchester im Saarland großen Erfolg. Es gab immer wieder gute Auftritte, auch damals in der Bundesgartenschau.

ABER leider war ich dazu „verdammt“, immer diese Orchesterlektüre zu spielen. Mir war das irgendwann zu simpel UND …. ich vermisste richtig guten Unterricht in Spieltechnik, Artikulation, Fingerfertigkeit, alternative Bassbegleitung etc … also suchte ich mir Übungshefte und begann mit dem Selbststudium während meines eigentlichen Unterrichts. Ich wollte eigentlich in eine andere Schule einen anderen Lehrer, der mich richtig forderte, aber … es kam alles ganz anders:

Aufgrund einer familären Tragödie musste ich quasi mit dem Musizieren aufhören. Das war 1981.

Ach so: Dieses Instrument besaß ich damals

100_1204

Ab dieser Zeit – also 1981 – arbeite ich ausschließlich autodidaktisch und lasse mich von anderen Spielern, Notenbeispielen und dem eigenen Gefühl leiten.

Es gab Zeiten, besonders meine Zividienstzeit gehört dazu, da spielte ich täglich min. 5 Stunden- oftmals am Stück und trainierte dabei auch systematisch die Fingerbeweglichkeit, während ich mir Stücke vornahm, die eigentlich noch ine Spur zu schwierig waren.

In 1990 bis 1993 hatte ich die Ehre, Mitglid des Hohnerorchestrs Püttlingen zu sein!

Das war aus vielen verschiednen Gründen für mich eine ganz besondere Freude:

Die Musik, die dort gemacht wurde entsprach genau meinem Geschmack

Die Menschen dort waren sehr gesellig und nett.

Mein Vater hatte mich dazu eingeladen und so konnte meinen Kontakt zu ihm nach einem Jahrzehnt wieder auffrischen.

Dieses Orchester ist auch die Heimat eines der weltbesten Akkordeonisten überhaupt auf dem Pianoakkordeon: Stefan Hussong aus Püttlingen / Köllerbach – ich spielte mit seinem Vater zusammen die dritte Stimme 😉

Außerdem ist Püttlingen mein Geburtsort 🙂

Tjaja schöne Zeit…

Ach so, mein Instrument in dieser Phase war die Altlantic IV de Luxe – im Prinzip ein großer Metallrappelkasten, aber mit einem gewissen Charme … *lach*

hohnerAtlantic4

Stefan Akkordeon 1991

Durch das Studium der Sonderpädagogik musste ich leider dort aufhören und es gab wieder eine Spielpause …

In 1995 kam dann ein Anruf von einem gewissen Herrn Quack aus Saarbrücken, Akkordeonstudio …

Ich hatte ihn 3 Jahre zuvordarum gebeten, das er mich kontaktiert, sobald er eine Morino V M in seinem Studio stehen hat ….  Und der Anruf kam, ich hatte das schon fast vergessen.

nun ja, so ein Teil kostet ja ganz schön – auh wenn es gebraucht ist – GERADE dann, die gibts ja so nicht mehr -ich war Student …und glücklicherweise hatte meine damalige Freundin und Vater meines Sohnes zufällig einen unerwarteten Geldeingang und …. schenkte mir das Teil ….. da war ich natürlich erstmal platt.

(Bild siehe oben)

Seit dieser Zeit übte ich sehr wechselhaft, mal unaufhörlich, mal viele Jahre gar nicht.

Im Jahr 2006 absolvierte ich ja meine Ausbildung zum Faszientherapeuten und hatte seit 2001 ja auch ganz anders mit dem Körper gearbeitet in der Kampfkunst. Und in dieser ganzen zeit das Instrument nie angerührt großartig … Als ich dann wieder ein großes Verlangen bekam – das war erst 2007 Ende – merkte ich, dass alles andrs und neu war, weil mein Körper anders und neun funktionierte. Alles ging leichter, ich benötogte einen neuen Gurt (den ich mir aus Dankbarkeit wieder bei Herrn Quack erstanden habe – war eine Sonderanfertigung!) und ich fing wieder Feuer …

Mittlerweile ist das abert wieder abgeklungen, ich bin sehr beschäftigt mit meinem Existenzaufbau und gönne mir wenig Zeit für solch besinnliche Dinge wie das Musizieren.

Aber, was man hat, kann einem niemand mehr nehmen. Ich verlerne nichts. Ich spiele eine Woche und alles ist wieder da ich kann an Verbesserungen arbeiten … ziemlich genial , das.

So, genug von meiner Geschichte… jetzt möchte ich euch dieses Instrument von seinen besten Seiten vorstellen, von richtigen Könnern aus aller Welt gespielt.

Schnallt euch an! Ich kann euch versichern, dass ihr nun Dinge hören werdet, die ihr ziemlich sicher nicht für möglich gehalten habt.

Akkordeon rocks!

Flight of the bumble bee!

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Vivaldi „Winter“

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aus: Barbier von Sevilla – Figaro -> 🙂

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Johann Sebastian Bach: Orgel oder Akkordeon?

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Richard Galliano – nicht zu übertreffendes Original!

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Früh übt sich !!!! So geht Musette!

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Wahnsinn oder real? – Viel Spaß mit „Averse“ 🙂

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Carnevale di Venezia – nicht spielbar!

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So, und nun richtige Kunst !! Alexander Shurinov!!

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Frank Marocco – Jazz in Perfektion …..

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Ja, auch die hübschen Damen spielen hervorragend, besonders im Duett!

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Noch eine Dame, sehr lieblich und virtuos!

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Ein Bandoneon ist ein anderes Handzuginstrument, mit gleicher Klangerzeugung aber völlig anderer Anordung der Töne und völlig anderer Spieltechnik. Traditionell für argentinische Tangos bekannt geworden.

Hier ein sehr liebliches Beispiel auf Barcelonas Straßen …

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Eine Diatonische Handharmonika besitzt nur Knöpfe und bei Zug und Druck unterschiedliche Töne. Dadurch spart man sehr viel Platz und Gewicht. Technisch sind diese Instrumente am schwierigsten zu spielen und auch eingeschränkt im Repertoire. Traditionell in bretonischen, britischen aber auch alpinen Volksstücken gerne verwendet.

Hier ein Beispiel eines irischen Tanzes (wohl eine Festivalpause 😉 )

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Victor Romanko ist meines Erachtens der vielseitigste und technisch versierteste Bayan – Spieler, der mir bekannt ist!

Leider ist die akustische Qualität schlecht, in Live hört er sich noch viel besser an 🙂

Kennen Sie den „Russischen Cowboy“ ? Voila:

ODER: Kann man die Ungarische Rhapsodie von Liszt auf einem Bayan spielen?

Diese Frage stellt sich nicht ….

mich haut es hier jedesmal komplett weg. Hören Sie es bis zu Ende…

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Was ist eigentlich ein elektronisches Akkordeon?

Nun am besten erklärt Ihnen das Miss Annie Gong, vorerst aber eine kleine Kostprobe ihres Könnens:

…. etc etc etc etc etc

Ich glaube es wird klar, was ich sagen will 🙂

Mehr zum Akkordeon

4 Gedanken zu “L’accordéon

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